Hallo Angelkammeraden,
endlich
war nach 6 Wochen der Tag X gekommen und überpünktlich rollte ich am Freitag um etwa 11.30
Uhr zum OP Sall 4 des Rhein Maas Krankenhauses in Würselen.
Der
Ablauf der OP war klar und erinnert an den Angelsport. - 2 Schrauben mit Ösen
sollen in den Oberarmknochen gesetzt werden um daran vermutlich zwei
durchschnittlich gute Angelschnüre zu befestigen, die dann am anderen Ende die
Sehne fixieren – oder so ähnlich. Die lange Bizepssehne fixiert man nur bei Menschen bis 50 - dahaben die Krankenkassen bei altern Männern kein Geld mehr übrig.
Dafür
brauchen die mit nem etwa 10-köpfigen Spezialistenteam etwa 2 Stunden – angeln
wäre also definitiv kein Sport für die 😉
Pünktlich
– also 2 Stunde später – komme ich so langsam im Aufwachraum wieder zu mir –
noch ziemlich belämmert wiederholt eine sehr erfahrene Autopsieärztin -alt darf
man ja Damen nicht sagen_ immer wieder, ich solle tief einatmen – na gut - tu
ich ihr den gefallen damit die tüv - werte auf deren laptop passen und ich
endlich auf Station in mein Bett darf. Kein so schönes Umfeld bei denen da unten und es riecht nach Betäubungsmiitel.
Auf dem Zimmer erwarten mich dann 2 (noch) ältere Herrn – der eine Krebspatient – der andere
extreme Bandscheibe – Gesprächsthema – naja ihr könnts euch schon denken – nur für
insider höre ich mich fragen – „habt ihr eigentlich schon einen Weihnachtsbaum“ um das Ganze von ewigen Krankengeschichten abzulenken 😉
Ich
döse so vor mich hin und leide schonmal im Stillen, weil ich den rechten Flügel
nach der OP für weitere 6 Wochen fixieren muss – so war die Ansage - der rechte Arm fühlt sich an
wie ein totes Stück Fleisch – die betäuben da im RMK neben der Vollnarkose zusätzlich die Nerven im Arm um
die Schmerzen nach der OP zu lindern – soll 6 bis 8 Stunden anhalten – stimmt
nicht – dauert länger – bis dahin ist der eigene Arm so derartig tot, dass ihr nicht mal
sagen könnt ob ihr darauf liegt, sitzt oder ob der sonstwo rumbaumelt - da ist mehr Leben in meinen Topsets, die hier seit 6 Wochen in der Ecke stehen und Nachts mit der Hufe scharren! Das
hörte sich im Anästesiegespräch irgendwie harmloser an – in dem Zustand war an
einen Schraubencheck natürlich nicht zu denken – wollte doch wissen ob die
knoten richtig sitzen - dann reisst mich eine eilig aufgehende Zimmertüre aus meinen
Gedanken.
H.
Liebert – jouw – der bin ich – der bereits zivil gekleidete Mann trägt noch
sein Namenschild Dr. Dr. R. – mir ist gleich klar – das ist der Häuptling des
10-köpfigen Spezialistenteams – solche Namen sind wichtig wenn man nen früheren
OP Termin haben will – und da ich am Rande der ganzen Voruntersuchungen und
Besprechungen erfahren hatte, dass Dr. Dr. nach meiner OP eine Woche Urlaub
hat, war mir klar, dass er entscheiden musste, ob aus den 6 Wochen nicht doch 5
Wochen und 6 Tage werden können und er mich somit eben doch noch vor seinem Urlaub rannimmt – weils dafür den Daumen nach oben gab, lasse
ich ihn gar nicht erst zu Wort kommen sondern wünsche brav und artig schönen Urlaub und bedanke mich für den
Einsatz des Teams.
Ich
merke gleich – der führt was im Schilde und will meinen lockeren Spruch jetzt
toppen – was ihm auch tatsächlich gelingt.
Kein
Fachchinesisch – kein langes drum rum - sondern klar und direkt ins
Gesicht – ganz so wie ich es mag – das der nicht riskiert den Flieger zu
verpassen nur um mir zu sagen ist alles gut gelaufen - war mir schon klar – hatte
aber mit schlechteren Nachrichten gerechnet:
Tja
Herr Liebert – da sieht man mal wieder, dass MRTs lügen – ihre
Rotationsmanschette war gar nicht abgerissen, sondern nur in der Schulter -
Gelenkpfanne nach dem Einkugeln eigeklemmt. Somit mussten wir nicht operieren
sondern ich habe die Sehne sauber aus dem Gelenk entfernt – die hat keinerlei
Schäden – da ist alles TOP in Ordnung. Sie dürfen ab sofort wieder ALLES machen
– die Orthese (Zwangsjacke) habe ich bewusst bereits abgenommen – die müssen
sie nicht mehr tragen - sowas habe ich nach einem solchen Unfall und solchen
Röntgen- und MRT-Bildern noch nicht gesehen – Tschüss – ach ja - Sie hatten
extrem viel Glück (kennen wir schon wird mancher Leser jetzt leide vor sich hin stammeln).
DANKE
für die vielen aufmunternden Worte in den vergangenen Wochen und für das
Daumendrücken – ich bin überzeugt, ihr alle habt euren Anteil. Ebenfalls Dank
denen, die selbstlos auch handwerklich mit angepackt haben oder noch mit
anpacken werden – ohne Euch sähe unser Projekt Küche hier nach meinem Crash
ganz anders aus…
Gruss
und bis bald – schon am Dienstag startet die Physio – schaun mer mal wann der
leicht eingerostete Flügel wieder zum fliegen taugt und ich wieder mittendrin statt nur dabei (auf den Zuschauerrängen) sein kann.
fd