Dienstag, Mai 29, 2007

NRW goes Carp

So... wie Ihr gleich erkennt, haben wirs überlebt… eine vielleicht doch erwähnenswerte News angesichts der Tatsache, dass es im Schwarzwald am Pfingstmontag einen Temperatursturz von rund 20 bis 25 Grad gab... und die Berggipfel bei unserer Abreise schneebedeckt waren.

Nichts desto Trotz – soviel möchte ich schon vorweg nehmen- kehre ich Heim von einer der phantastischsten "Vergnügungs"-Angeltouren, die ich jemals unternommen habe... deshalb fällt der Bericht auch etwas ausgiebiger aus.

Doch alles von Anfang an...

Wie Ihr ja wisst, bin ich stets auf der rastlosen Suche nach nationalen und internationalen Partnern für die durch unser Van Den Eynde Team organisierten Veranstaltungen und so ergab es wieder mal der Zufall des WWWs, dass ich die Sportfreunde Daniel Rutschmann und Ekki Bellinger aus dem Schwarzwald kennen lernte. Bereits die ersten Mails zeigten, dass es da einiges gab, was uns auf die gleiche Wellenlänge brachte... und so war schnell ein Treffen über Pfingsten vereinbart... Kurze Zeit später erfuhr ich, dass über eine ähnliche Schiene auch die beiden NRW Sportfreunde Uwe Bocklage aus Hamm und Jürgen Opladen aus der Stadt des ewigen Fussball-Zweitligisten mit dem 1. FC im Vereinsnamen ;-))) anreisen würden... zu beiden verbindet mich ein gutes kameradschaftliches Verhältnis und so freute ich mich auf ein Wiedersehen...

Los gehen sollte es ja ursprünglich schon am frühen Freitag Nachmittag... doch die Firma Van Den Eynde hatte kurzfristig den Termin für unser jährliches Treffen auf diesen Tag gelegt... und das hatte selbstredend Priorität...

Der Abreisetermin wurde angesichts des Pfingstreiseverkehrs dann auf den gaaanz frühen Samstag morgen verlegt... und da zwischen Nachbereitung vdE Termin und Abreise nur wenige Stunden Schlaf vergingen, übernahm Susanne dann freundlicherweise auch noch die ersten 350 Km der Fahrtstrecke... während ich die Beine lang legen konnte.

GOTTLOB DEM, DER EINE SOLCHE LEBENSGEFÄHRTIN HAT! Auch das soll hier mal erwähnt werden.


Ohne größere Zwischenfälle –ok das NAVI spinnt in den Serpentinen des Schwarzwaldes ein wenig rum- sind wir gegen 10 Uhr angekommen... um kurze Zeit später bereits wieder in Richtung Klosterweiher aufzubrechen. Das Gewässer, an dem im November der erste Schwarzwald Cup stattfinden wird, steht unter Hege und Pflege einer kleinen Gruppe von Anglern, in der Ekki den „Leithammel“ gibt... und glaubt mir, ich beneide Ihn darum...

Ohne lange nach dem Motiv zu suchen, konnte ich dieses Foto schiessen...


einfach Schwarzwald - Postkartenidylle... und auch der Fischbesatz kann sich durchaus sehen lassen... vorwiegend übrigens Rotfedern in Grössen von 10 bis ca. 25 cm... erwischt man den richtigen Tag –und wir hatten dieses Glück- sind wahre Massenfänge möglich... doch auch einiges an Schleien und Karpfen macht dieses Gewässer interessant... wie Daniel Rutschmann mir im Rahmen unserer Session erklärte. Das Glück einen dieser Fische an der Pole zu Gesicht zu bekommen hatten wir dann leider nicht. Nicht wirklich ein Wunder... hatte der Köder doch kaum die Zeit das Wasser zu berühren, ehe sich die nächste Rotfeder erneut darauf stürzte. Am frühen Nachmittag traf dann auch Bocky ein... natürlich wurde zunächst zum dritten Gesamtplatz beim diesjährigen Colmic Cup gratuliert... doch auch weniger Erfreuliches wusste Bocky zu berichten... Jürgen musste wegen nem Hexenschuss passen... SCHADE!

Für den Samstag Abend organisierte Ekki mit Lebensgefährtin Anja kurzfristig ein gemeinsames Abendessen beim Chinesen bei dem viel erzählt und gelacht wurde... insgesamt in jedem Falle ein gelungener Abend, für den wir gerne auf die Übertragung des DFB Pokalfinales im TV verzichtet haben.

Es folgte der Sonntag... und dies sollte das Highlight dieses Trips werden. Die Schwarzwaldjungs hatten ein Carpodrom im „benachbarten“ Frankreich klar gemacht... hier übrigens musste ich doch lokale Sprachunterschiede feststellen, denn die Schwarzwaldangler sprechen von „in der Nähe“ bei allem was nicht min. 100 Km entfernt ist ;-) sorry Jungs aber das musste ich einfach los werden... als 1a Guide durch das Gewirr der Schwarzwaldstrassen leistete Ekki unersetzliche Dienste und so landeten wir um ca. 8 Uhr am Carpodromo im Land der Baguetteesser und Weintrinker... Daniel schon vor Ort berichtete mit breitem Grinsen von Unmengen steigender Fische... den Teich schätze ich übrigens auf knapp 80 bis 100 m Länge und ca 30 m Breite...



hervorzuheben in jedem Falle noch die komplett eingerichtete Grillhütte mit Kühlschrank und allem Schnick und Schnack... insgesamt unübersehbar, dass hier durch den Angelverein mit viel Herz und Leidenschaft eine gepflegte Anlage unterhalten wird...

in unmittelbarer Nachbarschaft übrigens ein ähnlich anmutendes Gewässer, welches jedoch nur Vereinsmitgliedern vorbehalten ist und über eine bewirtschaftete Kantine verfügt.



Auch wenn das Miteinander heute gegenüber dem sportlichem Gegeneinander deutlich im Vordergrund stand, sollten die Plätze verlost werden... und obgleich ich mir das Losglück lieber für die grossen Wettkämpfe aufhebe, tarf mich das Glück, aus Ekkis Händen das lange Stöckchen zu ziehen was Nr. 1 bedeutete.

Während wir unser Material in aller Gemütsruhe richteten, trafen weitere Sportfreunde aus der Schweiz ein... Rüdi Graf und Markus Ginaldi komplettierten das Südwestdeutsche Anglertreff.

Und dann gings los... und zwar im wahrsten Sinne...

Schon wenige Minuten nach dem gemeinsamen Füttern zeigte sich Gummizug um Gummizug und schon schnell hatte wohl jeder von uns seinen ersten Karpfen gelandet... unübersehbar dabei das Geschick und die Routine von Rüdi „Reisser“ Graf... ich habs zwar nicht gestoppt, vermute aber, dass er nen 2 bis 3 Kilo Fisch etwa doppelt so schnell auf die Schuppen legt wie ich das mit meinem selbst organisiertem NL Carp-Vorbereitungskurs so auf die Beine stelle. Das Wasser ist übrigens für ein Carpodrom verhältnismäßig tief... etwa 3 bis 3,5 m... und ich verlor im „ersten Durchgang“ sicher 60 bis 70 Prozent meiner Fische... in erster Linie machte ich dafür neben mangelnder Routine die "schlappe" Spannung in meinem 2,2 mm Hollow Elastic sowie meine Schwimmer und Bebleiungsvariante verantwortlich – da gibt’s noch einiges zu verbessern... das Einzige was wirklich super funktionierte, war der Prototyp der über HSC Limburg geschossenen Cassini Metallica CASMETA... einfach ein Arbeitspferd!


Bocky und Rüdi machten am anderen Ende des Parcours am Morgen eindeutig das Rennen... insbesondere zum Schluss hin verstanden sie es, die Fische auf max. halbem Wasser zu fangen... Doppeldrills waren hier schon als Normal zu bezeichnen... ich vesuchte es ebenfalls zum Ende hin auf diese Methode – allerdings ohne durchschlagenden Erfolg... weitere 2 bis 3 Fische suchten das Weite... und so ergab das obligatorische Halbzeitwiegen folgenden Score

Rüdi 29 Kg – 9 Fische (I love the sound of falling fish in my net)


Bocky 20 Kg – 7 Fische

















Daniel 17 Kg – 7 Fische
















Dieter 14,5 Kg – 6 Fische





















Ekki 14 Kg – 4 Fische

Weiter gings mit einem Grillen der Extraklasse... und auch wenn ich mich wiederhole... aber auch das war bestens vorbereitet... Dank auch an die beiden Ladys, die eigens den Weg nach France auf sich genommen hatten und für Speis und Trank sorgten...

Nebenbei gabs vom Bocky noch neh Colmic Rutenpräsentation der 2007er Modelle und vom EM Teilnehmer und mehrfachem Schweizer Meister Rüdi jede Menge Tips zum Angeln worldwide in Schwitzerdütsch... wer meine Vorliebe für Mundart kennt, der kann sich vorstellen wie amüsiert ich seinen Ausführungen gelauscht habe!!!

Ehe der zweite Durchgang mit einer Dauer von ca. 4 Stunden begann, montierte ich komplett neu... mit Rüdis Tips und eigenen Ideen sollte nun alles besser werden... kleiner gedrungener Posenkörper und nachgespanntes Elastic... mit dem Ergebnis, dass sich gleich die ersten 3 Jungs verabschiedeten... warum nur???? jedenfalls ohne Veränderung an Montage und Futtertaktik gings weiter... und siehe da... plötzlich fluppts... für die Betrachter zwar etwas ungewohnt... aber von den Ösis bei den PSV Open Ost als Geheimtip registriert, drillte ich fortan von Hand... will sagen Rute zurück – Topset abstecken – und allmählich ebenfalls weg damit... den Rest von Hand erledigen... klappt nicht immer aber immer öfter... obgleich ich durch die Pannenserie am Anfang schon gut ins Hintertreffen geraten war, konnte ich doch nun das Feld zwar nach wie vor langsam aber immerhin von hinten aufrollen bzw. wickeln...




auf Nr. 3 glänzt Ekki dann an der Matchrute mit nem ca. 5 Kg Fisch ehe Bocky zu einem 60 Minuten Kampf gegen den Stöpsel des Weihers ansetzt...

Hier die Foto“love“story eines Anglers mit seinem Karpfen

Bocky um 15.03 Uhr (Anschlag und allmähliches Abstecken)... es kündigt sich Grosses an!





Bocky um 15.30 Uhr ("kleiner" Mann gaaaaanz gross)... Bocky scheinbar müder als der Carp


Bocky um 15.57 Uhr (was für ein Tier)





Insgesamt bleibt fest zu stellen, dass die Fische im zweite Durchgang eher am Grund gefangen wurden... Mais, Pellet oder Mais/Made waren zumindest bei den Karpfen auf Höhe Platz Nr. 1 sehr angesagt... und am Ende konnte sich das Ergebnis durchaus erneut sehen lassen...

Dieter 27,5 Kg – 13 Fische




Rüdi 26 Kg – 13 Fische
Bocky 20 Kg – 8 Fische
Ekki 13,5 Kg – 5 Fische
Daniel erhielt leider nen Notruf und musste eher abreisen.
Marko Ginaldi angelte außer Konkurrenz am gegenüberliegenden Ufer mit der Match und fing ebenfalls 11 Kg bei 6 Fischen


und auch Anja versuchte sich neben Rüdi mal bei der Großwildjagd





Bockys „Wasserschwein“ war selbstredend der größte Fisch des Tages und brachte stolze 6 KG zur Waage... während Bockys ca. einstündigem Drill an der Kopfrute zählte ich bei mir 4 Karpfen und einen weiteren Abriss – und auch der Rest des Feldes sass nicht tatenlos herum...
was das Gesamtergebnis sicherlich etwas verfälscht...

Nachdem das Erlebte beim Einpacken auch mit den Schweizer Kollegen nochmals beleuchtet wurde,




endete nach der Rückfahrt ein phantastisches Wochenende in der guten Stube von Ekki und Anja... und irgendwie glaube ich, dass nach dem Lesen dieser Zeilen und diesen Bildern nicht wenige Sportfreunde Lust verspüren werden, mich bei nächster Gelegenheit mal in den Schwarzwald zu begleiten. Ein Wiedersehen ist in jedem Falle avisiert und ich hoffe, die Schwarzwaldjungs gerne nebst Schweizer Verstärkung auch mal hier bei mir begrüßen zu können.

so... das wars dann vorerst mit der Operation Carp... im Juni stehen wieder ein paar regionale und überregionale Feeder-Termine im Kalender... Luft holen fuer die PSV Open Ösiland ist angesagt...